(04.04.03)
Unser internationaler Dachverband IBF hat am 22. März in Eindhoven beschlossen,
die im Vorjahr in Guangzhou verabschiedete Änderung bei den Badmintonregeln
wieder aufzuheben, da das Zustandekommen unrechtmäßig war. Damit
wird die traditionelle Zählweise wieder in Kraft gesetzt. International
wird der Beschluss zum 15. April 2003 gültig. Für den Bereich des
DBV hat das Präsidium am 31. März 2003 beschlossen, ihn nach der letzten
der noch ausstehenden Deutschen Meisterschaften der Saison 2002/03 (Mannschaften
U15 / U19 vom 2. bis 4. Mai) in Kraft zu setzen.
Damit gehören sowohl die Verkürzung der Satzdauer bei Damendoppel
und Mixed auf 11 Punkte, als auch "Experimente" mit Zählweisen
wie "Drei Gewinnsätze bis sieben" (auch 5x7 genannt) der Vergangenheit
an. Stattdessen gilt:
Dauer der Sätze:
Herreneinzel, Herrendoppel, Damendoppel und Mixed bis 15 Punkte
Verlängerungsmöglichkeit der rückschlagenden Partei bei 14 beide
um drei Punkte, im Fall einer Verlängerung wird dann bis 17 Punkte gespielt.
In einem dritten (Entscheidungs-)Satz werden die Seiten beim Erreichen von 8
Punkten gewechselt.
Dameneinzel bis 11 Punkte.
Verlängerungsmöglichkeit der rückschlagenden Partei bei 10 beide
um drei Punkte, im Fall einer Verlängerung wird dann bis 13 Punkte gespielt.
In einem dritten (Entscheidungs-)Satz werden die Seiten beim Erreichen von 6
Punkten gewechselt.
Das Dameneinzel behält also seinen Sonderstatus.
Gespielt wird in allen Disziplinen auf zwei Gewinnsätze (Best of three).
In Bezug auf das Coaching (Beraten/Betreuen) hat sich nichts verändert.
Zwischen dem 1. und 2. Satz ist eine Pause von 90 Sekunden zugelassen. Ein Coachen
(d. h., ein Gespräch mit Trainer oder Betreuer) wird in den ersten 70 Sekunden
dieses Zeitraums gestattet. Es hat nach dem Seitenwechsel auf der neuen Feldseite
zu erfolgen. Die enge Umgebung des Feldes darf bei diesem Seitenwechsel nicht
verlassen werden. (Ausnahme: Es wird vom Schiedsrichter die Erlaubnis dazu gegeben).
Zwischen dem zweiten und einem eventuellen dritten Satz kann eine Pause von
5 Minuten genommen werden. In ihr ist ein Verlassen der engen Umgebung des Feldes
gestattet.
Von Montag, den 5. Mai 2003 an, wird diese Zählweise für alle Spiele
bei Turnieren und Mannschaftswettkämpfen in allen Ligen und Leistungsklassen
gültig. Die genaue Formulierung des Textes wird vom DBV-Ausschuss für
das Schiedsrichterwesen erstellt und in die nächste Ausgabe der Amtlichen
Spielregeln eingearbeitet.
DBV-Präsidium
Quelle: badminton.de
(22.3.)
Die Prozedur im Dorint Hotel in Eindhoven dauerte heute Vormittag nicht einmal
zehn Minuten. Dann war mit überwältigender Mehrheit bei nur einer Gegenstimme
die
Entscheidung von Guangzhou
außer Kraft gesetzt. Dass Damendoppel und Mixed bis 11
Punkte gespielt werden, wird damit eine nicht einmal einjährige Episode im
Badmintonsport.
Da angesichts dieser Entscheidung der englische Verband
seinen zweiten Antrag (siehe Meldung vom 27.1.03), drei Gewinnsätze bis neun
Punkte zu spielen, aufgrund der nach wie vor vorhandenen asiatischen Ablehnung
zurückzog, blieb der IBF eine erneute Gräben vertiefende Konfrontation
erspart.
Die europäische Hoffnung, dass ein IBF-Vollversammlung in Europa
vielleicht eine Verschiebung der Abstimmungsmehrheiten bewirken würde, konnten
sich die Befürworter einer Zählweisenänderung rasch abschminken. Das
asiatische Netzwerk hatte funktioniert. Delegierte von 90 Länder waren
vertreten, die EBU verfügt überhaupt nur über 47
Mitgliedsverbände.
International wird die traditionelle Zählweise
(Herreneinzel, Herrendoppel, Damendoppel, Mixed bis 15, Dameneinzel bis 11) ab
15. April, also rechtzeitig vor der am 1. Mai beginnenden
Olympiaqualifikation, wieder in Kraft gesetzt. Wann der Wechsel im
Bereich des DBV gültig wird, muss das DBV-Präsidium noch entscheiden.
Die Außerordentliche Mitgliederversamlung war vom englischen Verband
initiiert worden. Unterstützt hatte den Antrag 29 europäische Nationen.
Hauptbegründung war, dass der beschlossene Antrag von Guangzhou nicht
rechtmäßig zustande gekommen sei. Das Council, das von der Vollversammlung
angesichts der Verfahrenheit der Situation mit der endgültigen Entscheidung
beauftragt worden war, habe schließlich einen Kompromiss verabschiedet, der
gar nicht in den ursprüngichen Anträgen zur Debatte gestanden habe. Damit
hätte es seine Kompetenzen überschritten. Dieser Argumentation folgten jetzt
die Delegierten von Eindhoven und kippten den Beschluss. Damit bleibt die
vorherige Zählweise in Kraft.
Die vorherige Zählweise war nicht - wie
mancherorts vermutet werden könnte - drei Gewinnsätze bis sieben („5x7“).
Diese Zählweise war nie die „offizielle“. Sie war nur zu Testzwecken in
manchen Wettbewerben benutzt worden und nach Ablauf der Testphase nicht
übernommen worden.
Martin Knupp
Quelle: badminton.de
Quelle: SHBV-HP 11.06.02
Quelle: SHBV-HP 20.05.02
Sehr geehrte Damen und Herren,
auf seiner Sitzung am 23.09.2001 hat sich das Präsidium des Deutschen Badminton Verbandes auch mit der Zählweise 5 x 7 und mit meiner Entscheidung vom 28.08.2001 beschäftigt.
Es wurde einstimmig beschlossen, die DBV-Ranglistenturniere
der Schüler und Jugend in der laufenden Saison nach der neuen Zählweise
durchzuführen.
Eine Entscheidung, wie bei den Deutschen Meisterschaften verfahren werden soll,
wurde vertagt und soll beim Treffen der Präsidenten/Vorsitzenden der
Landesverbände in Duisburg diskutiert und einvernehmlich getroffen werden.
Zu Ihrer Information ist diesem Schreiben noch ein Kommunikationsverlauf
beigefügt. (Liegt der Redaktion SMASH vor und kann hier abgefordert werden - ro
)
Ich wünsche Ihnen eine gute Anreise nach
Duisburg.
Mit freundlichen Grüßen
Dietrich
Heppner / Vizepräsident
Quelle: SMASH 10/01
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