Kultur bei den Punktspielen
Folgender Leserbrief wurde in der SMASH 03/2002 abgedruckt.
Bin gespannt auf Eure Meinung zu diesem Thema.
Bitte mailt mir eure Meinung / Anregungen, die dann hier veröffentlicht werden.
Nur mal 'ne Idee !
5
Minuten vor Spielbeginn. Der Gegner irrt noch in den Gängen der Halle umher,
guckt sich mal hier einen entblößten Fußballspieleroberkörper an, dort ein
schlankes Badmintonspielerinnenbein, hier also die Damen rein, bis dann
schließlich die richtige Umkleidekabine gefunden wird.
5 Minuten nach Spielbeginn haben dann alle das Innere der
Halle gefunden. Manche grüßen, andere laufen ein paar Runden. Man findet ein
paar Federbälle, schlägt sich ein, blinzelt mal nach links und rechts, wie der
Gegner sich dann so anstellt beim Einspielen. „Oh, oh - hoffentlich muss ich da
nicht gegen den Langen da, der hat ja 'ne Rückhand !!!"
Die Heimmannschaft hat den Mannschaftsführer zum Schreiben
abgestellt, der noch nicht weiß, ob die 2. Dame nun noch kommt oder wie oder
was.
Der Kollege der Auswärtsmannschaft
trägt nun auch ein und irgendwie nach einigen Verwirrungen finden die
Doppel, dann doch den richtigen Gegner. Da
haben die Damen das nun wirklich leichter !
15 Minuten nach Spielbeginn: Es geht los
!............
Das letzte Einzel muss noch
den 3. Satz spielen. „Der braucht immer so lange, da kannst du schon mal duschen
gehen !"
„Fertig ! Hier unterschreibst du
noch den Spielbericht ?" Manche verabschieden sich, andere sind noch in der
Umkleide, manche stehen schon vor der Halle und rauchen.
Mal ehrlich ! Das hat doch so nun überhaupt keinen Stil !
Wie könnte es freundlicher zugehen ?
Nach
dem Eintragen stellen sich beide Mannschaften in einem Halbkreis auf. Der
Mannschaftsführer begrüßt die Gäste und stellt die Spielpaarungen namentlich
vor.
Und nach dem Spiel ? Ergebnis wird
vorgetragen, gebührend gewürdigt und man verabschiedet sich von
einander.
Ist aber nur mal 'ne Idee von
mir, d. h. nicht eigentlich meine eigene Idee.
Meine Tochter spielt in Hessen Badminton, da machen die das
so. Könnte man übernehmen, oder ?
Mit
freundlichem Gruß
Heiner
Hollatz
(Hoisbütteler
SV)
Beiträge:
-
Heiko Schulz (MTV Itzehoe, 24.05.02):
Da mir dieses Thema auch sehr am Herzen liegt werde ich
das Medium für eine entwas ausführlichere Stellungnahme nutzen:
Zu
diesem bzw. vergleichbarem Thema habe ich mich bereits vor einigen Jahren in
der Smash geäußert und auf heftige Reaktionen gewartet/gehofft. Leider
erfolgte lediglich eine kurze Stellungnahme ohne das Problem jedoch ersthaft
zu verfolgen.
Kurz zu Info:
Es ging dort um die Rahmenbedingungen
(Felder/Hallen "zu klein", Einsparungen von Netzstangen/-Pfosten, VL/LL
Spielordnung wurde nicht eingehalten -keine Zähltafeln, keine
Spielstandsanzeigen- usw. usw. und das alles landesweit.
Gut, wo will man
anfangen und wo aufhören. Ich meine, dass wenigstens die Mindesbedingungen lt.
Regelwerk erfüllt sein sollten.
Dies zum Thema äußerliche
Rahmenbedingungen.
Wenn nun
aber der äußere Rahmen mit etwas Mühe und Sorgfalt sich positiv darstellt, und
der Gastgeberverein auch pünktlich zum Spielbeginn spielbereit ist, werden
sich auch die Gäste darauf einstellen. Natürlich müssen auch die Gäste
"empfangen" werden. Beim Rückspiel wird man sich daran erinnern.
Dies ist ein Prozeß, der sich mit Mühe und Engagement und
auch Reglementierungen innerhalb von einigen Jahren so einstellen kann.
Ändern kann aber nur ICH ihn, nicht DER, DIE ANDEREN, oder MAN.
Noch
ein kurzer Einblick in eigene Reihen:
Nach unserem Aufstieg in die
Landesliga vor ca. 10 Jahren haben wir uns eine neue (7 m hohe) Halle
gesucht/lt. Spielordnung suchen müssen. Hier spielen wir seit dieser Zeit und
haben aufgrund von viel Engagement einiger Mannschafts- und Spartenmitglieder
in der vergangenen Saison regelmäßig rd. 50 Zuschauer begrüßen dürfen
(Samstagsabend 18:00 Uhr, keine parallele Sportveranstaltung in der gleichen
Halle).
Die Jahre davor waren wir (ohne Werbung)
i.d.R. auch nur die Spieler-/innen nebst einigen Spartenmitgliedern.
Auch dort waren wir immer
pünktlich spielbereit und unsere Gäste wußten das.
Nun noch ein Aufruf
an alle:
Es macht Spaß bei solchen Rahmenbedingungen zu spielen, es macht
auch Spaß, die Gäste zu empfangen und zu begrüßen, es macht Spaß, den Gästen
etwas zu bieten, da es anerkannt wird.
Lieber Heiner, liebe
Nicole,
ich sehe es ganauso wie Ihr, aber ich befürchte, da der Mensch an
sich träge und bequem ist, wird sich leider bis auf einige Ausnahmen nichts
ändern.
Wir werden auf jeden Fall weiterhin versuchen "unseren Standart"
aufrechtzuerhalten.
-
Nicole Dworak (SV Wellenkamp, 09.05.02):
Mein Mann und ich haben früher Badminton in NRW gespielt, dort wurden die Gegner auch immer von der Heim-Mannschaft begrüßt und danach wurden die Paarungen vorgelesen, das sollte wirklich auch bei uns gemacht werden.
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